Arbeitstreffen "Vereine - das Herz des Gemeindelebens"

Bereits im Rahmen der Auftaktveranstaltung zum Kommunalzirkel „Das Land verändert sich und mit ihm das Ehrenamt“ im Juli im Kloster Plankstetten beschäftigten sich die Teilnehmenden mit der Frage, wie ehrenamtliches Engagement seitens der Kommune unterstützt werden kann.

Beim Arbeitstreffen im Oktober in Neumarkt i.d.OPf. stand mit den Vereinen nun „das Herz des Gemeindelebens“ im Mittelpunkt. Zunächst stellte Ralf Mützel das Bürgerhaus Neumarkt vor, das Gastgeber des Treffens war. Er machte deutlich, dass das Bürgerhaus eine lokale Plattform für Ehrenamt, Vereinsleben und Nachhaltigkeit in Neumarkt darstellt. Mit genial e.V., die sich Hilfestellung für Senioren im Alltag auf die Fahne geschrieben hat und FAN e.V., der Freiwilligenagentur Neumarkt, waren bei der Vorstellung zwei Vereine vertreten, die ihren Sitz im Bürgerhaus haben.

Bei einer anschließenden Blitzumfrage unter den Teilnehmenden wurden schnell zwei Dinge klar:
Viele der Anwesenden waren in einer Doppelfunktion angereist – hatten einige doch sowohl den kommunalpolitischen Hut auf sowie den Hut einer Funktion in einem Verein. Und viele der Anwesenden brachten ähnliche Fragen und Probleme mit, was das Vereinsleben vor Ort betrifft:
Nachfolgesorgen bei der (Neu-)Besetzung von Ämtern, bürokratische Hürden, komplizierte (steuer)rechtliche Fragen, die teilweise recht hohe Anforderungen z.B. an den Kassier stellen, eine Person, viele Ämter – sowie die Frage nach zeitlichen und personellen Ressourcen.  

Diesen Fragen und Herausforderungen nahm sich Michael Blatz an, der alsVereinsberater und Coach bereits viele Vereine bei dem Prozess begleitet hat, sich selbst auf den Prüfstand und die Weichen für die Zukunft zu stellen. In seinem kurzweiligen Vortrag stellte er teils provokante Fragen und gab einen Einblick in mögliche Perspektivwechsel und Methoden zur Gewinnung und Bindung von Mitgliedern. Dabei spielt die kritische Reflektion des Vereinslebens eine wichtige Rolle: Sich Gedanken über die Zukunftsfähigkeit des eigenen Vereins zu machen und sich ehrlich auch die unangenehmen Fragen zu stellen, kann dabei helfen. Was ist die äußere Wahrnehmung unseres Vereins, warum möchte jemand bei uns Mitglied werden - oder warum nicht? Welchen Nutzen hat die Mitgliedschaft? Hierbei sollten die Erwartungen mit den Gegebenheiten abgeglichen werden, wozu beispielsweise Vereinsumfragen beitragen können.

Ein wichtiger Aspekt ist die Anerkennung des ehrenamtlichen Engagements. Anerkennungskultur innerhalb der Vereine, aber auch seitens der Kommunen für die Vereine und Initiativen, die das Gemeinwesen vor Ort mitgestalten. Ein beeindruckendes Beispiel kommunaler Anerkennungskultur stellte Dr. Gaby von Rhein von der Freiwilligenagentur im Landkreis Regensburg vor: Die „Vereinsschule“ im Landkreis Regensburg geht bereits in die dritte Runde und bietet Aktiven aus den Vereinen im Rahmen mehrerer Veranstaltungen Informationen und Austausch zu wesentlichen Fragen in ihrer ehrenamtlichen Arbeit. Folgende Themen werden dabei z.B. behandelt:

  • Feste, Feiern, Weihnachtsmarktstände - was muss man bedenken?
  • Haftungsrisiken in der Vereins- und Vorstandsarbeit
  • Die neue EU-Datenschutz-Grundverordnung
  • Öffentlichkeitsarbeit
  • Gemeinnützigkeit und Steuerrecht
  • Modernes Vereinsmanagement

Zusätzlich bietet die Freiwilligenagentur einmal in der Woche eine kostenlose Telefon-Sprechstunde zum Thema "Haftung im Vereinsrecht" an.*

Am Nachmittag wurde verstärkt die Rolle der Kommune in den Fokus genommen. Welche Gestaltungsmöglichkeiten im Hinblick auf das Vereinsleben vor Ort bieten sich? In Arbeitsgruppen wurden konkrete Herangehensweisen diskutiert: Wie kann Anerkennungskultur gestaltet und Danke gesagt werden? Wie kann bspw. ein Neujahrsempfang geplant und durchgeführt werden? Welche Infrastruktur kann die Kommune dem Vereinsleben vor Ort zur Verfügung stellen? Welchen Beitrag kann ein kommunaler Ansprechpartner leisten?

Erprobte Beispiele wurden ebenso ausgetauscht wie neue Ideen, die nun darauf warten, umgesetzt zu werden.

Die Diskussionsergebnisse sowie weitere Informationen entnehmen Sie den Materialien im Downloadbereich oder können Sie auf Anfrage erhalten. Kommen Sie gerne auf uns zu!

* Ein bayernweites „Sorgentelefon Ehrenamt“ bietet übrigens die bayerische Staatskanzlei an: Unter der Telefonnummer 089/1222212 kann sich jede/r ehrenamtlich Tätige direkt bei der Staatskanzlei melden, wenn er / sie vor Problemen bei der Planung und Organisation von Vereins- und Traditionsfeiern steht, wie beispielsweise Feuerwehr-, Schützen-, Burschenvereins- und Sportfesten, Trachtenumzügen, wohltätigen Veranstaltungen oder Pfarrfeiern.