Arbeitstreffen "Vom Bürgerengagement zur Bürgerbeteiligung und zurück"

Kommunale Demokratie lebt von Bürgerinnen und Bürgern, die sich aktiv in das Gemeinwesen einbringen. Sie wollen oft nicht nur mittun, sondern auch mitreden. Dies setzt ein gutes verantwortliches Miteinander von Gemeinderat, Verwaltung und bürgerschaftlichen Gruppen voraus. Wie kann das gelingen? Dieser Frage ging unser Kommunalzirkel-Treffen am 17. April 2018 in Roßtal nach. Anhand konkreter Beispiele wurde der „Brückenbau“ zwischen Engagement und Beteiligung näher beleuchtet, gemeinsam wurden Gelingensfaktoren und Stolpersteine identifiziert und diskutiert.

Dass es gerade in einer Zeit wachsender Politikverdrossenheit besonders wichtig ist, eine neue bürgerschaftliche Verantwortungskultur vor Ort zu fördern, stellte Dr. Thomas Röbke in seienr Einführung heraus, in der er einen Streifzug durch die Begrifflichkeiten unternahm. Er sprach über die Rollen von demokratisch gewählten Gremien, Öffentlichkeit und privaten Lebenswelten bei der Revitalisierung der kommunalen Demokratie.

Johann Völkl, Erster Bürgermeister von Roßtal, stellte einen Weg vor, Politikverdrossenheit schon im Kindesalter entgegenzuwirken: Der Roßtaler Kindermarktgemeinderat vor, den es mittlerweile in der dritten Legislaturperiode gibt, wird an der örtlichen Grundschule gewählt, mit einem Kinderbürgermeister. Ein tolles Beispiel, um Demokratieerziehung zu stärken.

Klaus Zeitler veranschaulichte, wie mittels aktivierender Bürgerbefragungen nicht nur Meinungen und Rückmeldungen erfasst werden können, sondern über die Befragung auch kommunale Entwicklungsprozesse gestartet und gestärkt werden können und Leute für eine Mitwirkung gewonnen werden.

Einen weiteren Erfahrungsbericht brachte Christian Bauer mit, Kämmerer der Stadt Grafing bei München, die 2015 den Wettbewerb "Zukunftsstadt 2030" des BMBF gewonnen hat. In diesem Rahmen wurde ein digitales 3D-Stadtmodell und eine dazugehörige interaktive Plattform zum Austausch von Kommentaren entwickelt, um verschiedene stadtrelevante Themen wie z. B. Hochwasserschutz, Stadtplanung oder Bevölkerungswachstum besser greifbar zu machen und Bürgerbeteiligung zu stärken.

Daraus entstand eine spannende Diskussion zur Rolle der Stadt- und Gemeinderäte, zur Frage, wer in der Verwaltung auf welche Weise die Diskussionsprozesse bündelt und moderiert und die Schnittstelle zwischen Politik, Verwaltung und Bürgerinnen und Bürgern bespielt und auch zur Frage nach "analogen und digitalen" Methoden der Beteiligung und wie möglichst viele Zielgruppen erreicht werden.

Weitere Informationen erhalten Sie in den Präsentationen der Referenten sowie bei uns unter info@kommunal-nachhaltig.de