Kommunalzirkel "Das Land verändert sich und mit ihm das Ehrenamt" am 13. Juli 2017 in Plankstetten gestartet

Über zwanzig bayerische Kommunen haben sich auf unseren Aufruf, sich am interkommunalen Erfahrungsaustausch zu beteiligen, gemeldet.

Die Auftaktveranstaltung im Kloster Plankstetten am 13. Juli 2017 eröffnete Gerhard Dix vom Bayerischen Gemeindetag mit einem nachdenklichen Befund: Wie wird es gelingen, das doch so große Engagement der Bürgerinnen und Bürger in der Flüchtlingshilfe nun auch für die langfristigen Aufgaben der Integration an Bord zu halten. Seiner Meinung nach brauchen Kommunen hierfür nachhaltige Strukturen wie Anlaufstellen und hauptamtliche Kümmerer, denn die Erschöpfung vieler Ehrenamtlicher sei schon spürbar. Dr. Thomas Röbke vom Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement Bayern betonte in seiner Einführung, dass es nicht nur um die neuen Initiativen gehen darf, wenn man das Ehrenamt in Bayern in Blick nimmt, sondern auch um die "Klassiker" wie Kirchengemeinden oder Vereine. Auch sie spüren Veränderungen. Zweifellos ist das Engagement hierzulande groß. Fast die Hälfte aller in Bayern lebenden Personen ab 14 Jahren engagieren sich freiwillig und unentgeltlich in Sport, Kirche, im Kultur oder im Sozialbereich. Aber es sind auch problematische Entwicklungen zu verzeichnen. Offenbar sinkt die Zahl derjenigen, die bereit sind, ein langjähriges Amt zu übernehmen, während die Zahl derer, die sich sporadisch engagieren, anwächst. Vielleicht, so ein Teilnehmer, leben wir in einer Zeitenwende, die von weniger Vereinen und mehr freien und ungebundene Initiativen geprägt sein wird. Darauf hätten wir noch keine Antwort. Dennoch bleiben in Deutschland die Vereine die Ehrenamtssäule Nummer 1. Etwa die Hälfte allen freiwilligen Engagements findet in ihnen statt.

Das Vereinsleben stand auch im Fokus der gemeinsamen Diskussion an Thementischen, die sich um die Frage kümmerte, was die Kommunen zur Unterstützung des Ehrenamtes tun können. Themen wie Stärkung der Anerkennungskultur, Gewinnung von Nachwuchs, aber auch die strategische Rolle der Kommune in der Ehrenamtsförderung als Rahmensetzerin oder Impulsgeberin, als Moderatorin oder finanzielle Unterstützerin wurden diskutiert.

Abschließend berichtete Jan Holze, Geschäftsführer der Engagement-Stiftung des Landes Mecklenburg-Vorpommern von einem interessanten landesweiten Modell der Ehrenamtsförderung. Eine willkommene Blaupause für die ab 2018 in Bayern an den Start gehende Bayerische Ehrenamtsstiftung.

Die Präsentation von Herrn Holze sowie die Ergebnisse des Erfahrungsaustauschs im World Café finden Sie unten auf dieser Seite.

Einige thematische Hinweise: 

Der Kommunalzirkel wird am 5. Oktober fortgesetzt. Dann steht die Mitgliedergewinnung und Organisationsentwicklung in Vereinen im Fokus.