Kommunalzirkel „Veränderungsprozesse in der Bevölkerungsstruktur aktiv gestalten“ ist am 26. April 2016 gestartet

Die vom Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz geförderte Initiative zur Vernetzung kommunaler Nachhaltigkeitsprojekte fand großen Zuspruch. 26 Gemeinden aus dem gesamten bayerischen Raum trafen sich am 26. April zum interkommunalen Austausch im Kloster Plankstetten. Das Zentrum für nachhaltige Kommunalentwicklung, die Weiterführung des Netzwerks Nachhaltige Bürgerkommune Bayern, hatte in Kooperation mit dem Bayerischen Gemeindetag dazu eingeladen. Ziel war es, den Erfahrungsaustausch zwischen den Kommunen zu intensivieren und über Zukunftsthemen in Bezug auf gesellschaftliche und soziale Veränderungen in der Bevölkerung zu diskutieren.

Mehr als 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Verwaltung und Ehrenamt nutzten die Gelegenheit, um sich über nachhaltige kommunale Projekte auszutauschen. Josef Steigenberger, Erster Bürgermeister der Gemeinde Bernried am Starnberger See und Vorsitzender des Bezirksverbands Oberbayern im Bayerischen Gemeindetag, betonte in seinem Grußwort, wie gewinnbringend die bisherigen Zirkel für seine Gemeinde waren: „Wir haben vieles von anderen Gemeinden gelernt. Durch den Austausch und die Rückfragen bei den Kollegen mussten wir in einigen Projekten, die wir umgesetzt haben, das Rad nicht neu erfinden, sondern konnten auf andere Erfahrungen zurückgreifen.“

In einer ersten Vorstellungsrunde, die von den Koordinatoren Danielle Rodarius (Landesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement Bayern) und Dr. Klaus Zeitler (SIREG Rottenburg), moderiert wurde, wurde dann auch bald deutlich, dass sich viele kommunale Themen und Problemstellungen ähneln. Insbesondere Fragen nach Handlungsstrategien im demografischen Wandel, der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum für unterschiedliche Zielgruppen oder der Verbesserung des Generationenmiteinanders einte die Mitglieder des Kommunalzirkels.

„Angesichts der Resonanz und der Diskussionsbeiträge wird deutlich, dass die inhaltliche Konzeption des Kommunalzirkels richtig war“ merkten Zeitler und Rodarius am Ende der Vorstellungsrunde an. „Wir werden uns bis 2017 in unterschiedlichen Zirkelrunden mit Themen wie Wohnen, der Frage nach dem Miteinander von Jung und Alt, der Diskussion von Haltefaktoren für Jugendliche, einer nachhaltigen Daseinsvorsorge oder der Integration von Flüchtlingen intensiv auseinandersetzen“.

Neben dem Kennenlernen wurden auch Inhalte für das Auftaktthema „Wohnen“ andiskutiert. Annegret Schefold von der „Koordinationsstelle Wohnen im Alter“ und Maria Kurz, Landesgeschäftsführerin der Katholischen Landjugendbewegung Bayern, ließen die Anwesenden „durch die Senioren- bzw. die Jugendbrille“ blicken: Sie stellten Wohnformen und Konzepte für ältere Menschen vor und verdeutlichten, dass Jugendliche im Ort oftmals andere Ansprüche und Vorstellungen haben, als die Erwachsenen. Diese Bedürfnisse gelte es ernst zu nehmen und in konkrete Konzepte umzusetzen, so deren beider Appell an die kommunalen Vertreterinnen und Vertreter.

Im Anschluss an diesen Input legten die Beteiligten ihre Arbeitsschwerpunkte für das nächste Zirkeltreffen im Juli 2016 fest. Dann soll es um konkrete Projekte des Mehrgenerationenwohnens, den Erfahrungen mit dem Ausbau des sozialen Wohnungsbaus in kleinen Gemeinden oder der bürgerschaftlichen Unterstützung in Versorgungsnetzwerken für Senioren gehen.

Die weiteren Zirkeltreffen finden in einer Nord- (Oberfranken, Unterfranken, Mittelfranken, Oberpfalz) und Süd-Schiene (Oberbayern, Niederbayern, Schwaben) statt. Im Rahmen dieser Treffen diskutieren und erarbeiten die 28 teilnehmenden Kommunen gemeinsam mit dem Zentrum für nachhaltige Kommunalentwicklung in Bayern und dem Gemeindetag Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen einer nachhaltigen, vorausschauenden Kommunalentwicklung.