Forum für Initiativen rund um nachhaltiges Leben

Regionale Netzstellen Nachhaltigkeitsstrategien - RENN.süd

Auftaktveranstaltung von RENN.süd 
mit Preisverleihung "Projekt Nachhaltigkeit" des Rates für Nachhaltige Entwicklung
Samstag, 11. März 2017, Stadthaus in Ulm 

Im Rahmen von RENN.süd soll ein Netzwerk entstehen, das Gelegenheit zum Austausch und Transfer bietet und zivilgesellschaftliche Initiativen durch Veranstaltungen, Publikationen o.ä. unterstützt. Mit der Auftaktveranstaltung sollen erste Vernetzungen geschaffen und Vorschläge zur Unterstützung örtlicher und regionaler Aktivitäten diskutiert werden.

Weitere Informationen finden Sie im Programm der Auftakt-Veranstaltung.

Eine Dokumentation zur Veranstaltung steht in Kürze hier zur Verfügung.

Thementische

Folgende Thementische luden am Nachmittag ein, sich zu informieren und auszutauschen. Die Ergebnisse der Thementische fließen in die Dokumentation ein, die in Kürze zur Verfügung steht.

Suffizienz und Denken und Handeln in Kreisläufen

Heutzutage reden viele Menschen von Entschleunigung, Work-Life-Balance oder persönlicher Entrümpelung – wovon vieles davon schlichtweg mit „suffizientem Verhalten“ zusammengefasst werden kann. Es gibt viele gute Gründe für mehr Suffizienz, und mittlerweile genauso zahlreiche, gelungene Beispiele für den persönlichen Alltag, für Kommunen und Organisationen. Ergänzend bietet Upcycling, wie von den „Cradle to Cradle“-Gruppen bearbeitet, eine neue Wirtschaftsform. „Von der Wiege zur Wiege“, steht im Kontext der Circular Economy und damit für einen völlig anderen Umgang mit Ressourcen und Stoffströmen.

An diesem Thementisch wird über die Chancen und Herausforderungen von Suffizienz(politik) diskutiert, wozu sich entsprechende Initiativen einbringen können!

Mit: Katharina Ebinger, BUNDjugend & Daniela Röcker, C2C-Gruppe Stuttgart

Kinder und Jugendliche für Nachhaltigkeit gewinnen

„Wenn du glaubst, dass du zu klein bist, um etwas zu bewirken, hattest du noch nie eine Mücke im Schlafzimmer" (Dalai Lama)

Die Stärke der Kinder und Jugendlichen liegt nicht nur darin, Probleme direkt anzusprechen, sondern vor allem darin, nicht nur zu reden, sondern etwas tun. Kinder und Jugendliche sind kreativ, engagiert und wollen sich aktiv für eine „Gute Welt“ einsetzen.

Wie können wir Kinder und Jugendliche als Akteure für ein nachhaltiges Leben unterstützen? Welche Kompetenzen, Rahmenbedingungen und Plattformen brauchen junge Zukunftsgestalter?

Mit: Karin Wirnsberger, kikuna Dornstadt

Migration und Ökologie

Nachhaltiger Konsum betrifft viele Lebensbereiche, z.B. Ernährung, Mobilität, Energieverbrauch, Umgang mit Müll und Chemikalien im Haushalt.

Dabei ergeben sich u.a. folgende Fragen: Wie hängen Konsum und Umweltbewusstsein mit der kulturellen Prägung zusammen? Wie gelingt Integration in ein nachhaltiges Leben - weshalb ist Bildung über nachhaltigen Konsum in der Migrationsarbeit relevant?

Mit diesen Themenbereichen befasst sich z.B. der Verein INTEGRA in verschiedenen Projekten.
Welche weiteren Initiativen, Beispiele und Erfahrungen gibt es? Welche gesellschaftlichen Auswirkungen hat diese Bildung?

Mit: Andrea Jelic, Farah Al Hamwi, Isaldin Alamira, Mehmet Havlaci, Barbara Havlaci-Ludwig, INTEGRA Filderstadt

Gute und nachhaltige Lebensmittel

„Gut.Sauber.Fair“ - so umschreibt die weltweite Initiative „Slow Food“ ihre Anforderungen an Lebensmittel.

Faire Produkte werden vor allem auch durch die vielen Weltläden und Fairtrade-Towns verbreitet. In der Initiative "foodsharing" engagieren sich Menschen gemeinsam im Kampf gegen die vorherrschende Lebensmittelverschwendung. Diese Beispiele stehen für viele Initiativen, die sich für gute und nachhaltig erzeugte Lebensmittel sowie einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln einsetzen.

Welche Initiativen und Projekte sind hier noch aktiv? Wie können sie weiter vorangebracht werden? Wo bestehen Möglichkeiten zur Zusammenarbeit?

Mit: N.N., Slow Food & Isabell Ehrens, Foodsharing Bayreuth

Faire Kleidung und nachhaltige Textilien

Gut zu tragen? Wie bringen wir die Konsumenten dazu Textilien nachhaltig einzukaufen?

Gruppen wie die Micha-Initiative geben dazu örtliche Konsumführer für Faire Kleidung heraus und veranstalten Klamottentauschpartys für gebrauchte Kleider. Auch Second-Hand-Führer bieten hier Unterstützung. Örtlich finden Veranstaltungen als öko-faire und Second-hand-Modenschauen statt.

Welche Erfahrungen liegen hier und aus weiteren Aktivitäten vor, um beim Thema Kleidung ein nachhaltige Kaufverhalten zu erreichen?

Mit: Peter Diez, Micha-Initiative Karlsruhe & Birgit Bastian, Nachhaltigkeitsbüro, LUBW

Soziale Innovationen in der Landwirtschaft

An diesem Thementisch erfahren Sie über Akteuren und Wertschöpfungsformen, die Lösungsansätze für gesellschaftliche, soziale oder ökologische Probleme der Landwirtschaft und der Ernährung entwickeln.

Auf einer Reise durch eine Landkarte erfahren Sie, wie und wo sich zivilgesellschaftliche Akteure engagieren können: Wie funktioniert das Konzept der Solidarischen Landwirtschaft? Was treibt BewohnerInnen in sogenannten Ökodörfern an? Wie trotzen lokale Dorfläden im Jahr 2017 der Globalisierung? Kann das gemeinsame Kuchenbacken von SeniorInnen die gesellschaftliche Integration fördern? Und wie lässt sich Inklusion mit Landwirtschaft verbinden?

Welche Erfahrungen und Fragen bringen die TeilnehmerInnen mit? Wo benötigen zivilgesellschaftliche Akteure und aktive Bürgerinnen und Bürger vor Ort Hilfe beim Anstoßen oder Umsetzen solcher vielversprechender Initiativen?

Mit: Matthias Middendorf, Werkstatt Stadt-Land-Tisch, Schweisfurth Stiftung
Urban Gardening

In großen oder kleinen Städten, als Schulgarten, Interkulturelle Gärten oder unter dem Motto "Essbare Stadt" - Gemeinschaftsgärten haben unterschiedliche Bezeichnungen, aber ein Ziel: (öffentliche) Flächen gemeinsam zu bewirtschaften und nutzen.

Und noch etwas ist diese Initiativen gemein: Das gemeinsame Gärtnern und Ernten fördert Gemeinschaft, teilt Heimat, motiviert, sich für den Lebensraum in der eigenen Stadt zu engagieren und schärft den Blick für regionales Obst und Gemüse. Außerdem bieten die gemeinsam angelegten Gärten auch Nährboden für gemeinsames Lernen und Diskussionen rund um gesunde Ernährung und nachhaltige Lebensmittelproduktion und Konsummuster.

An diesem Thementisch stehen Fragestellungen rund um das gemeinschaftliche Gärtnern im Mittelpunkt.

Mit: Christine Class, Praxis für Supervision, Organisationsberatung, Interkulturelle Kommunikation; Interkultureller Garten Aalen

Ressourcenschonung im Alltag

Reparieren statt wegwerfen, leihen und tauschen statt kaufen...

Zunehmend gründen sich in deutschen Städten Reparaturinitiativen, in denen defekte Geräte und Gegenstände mit Hilfe ehrenamtlicher Fachleute repariert werden. Geht es um Gegenstände, die ein Einzelner nicht durchgehend benötigt, ist das Konzept des „Sharing“ gefragt. So werden z.B. Autos, Haushaltsgegenstände und Werkzeug inzwischen mithilfe von Internetseiten zur Nutzung angeboten, wenn die Besitzer sie für einen bestimmten Zeitraum nicht brauchen. Und schließlich können auf Kleidertausch-Partys oder in Tauschbörsen Kleider und andere Gegenstände getauscht werden.

Allen Projekten und Initiativen gemein ist, dass sie Möglichkeiten aufzeigen wollen, im Alltag Alternativen zum Massenkonsum zu finden und damit einen Beitrag zur Ressourcenschonung darstellen.

An diesem Thementisch beschäftigen wir uns mit den praktischen Fragestellungen rund um das Umsetzen dieser Projekte.

Mit: Petra Schmitz, Lokale Agenda Ulm

Mehrweg statt Einweg

Die Flut der Kaffeebecher zum Mitnehmen zu stoppen ist eine konkrete Maßnahme für den Klima- und den Umweltschutz und findet glücklicherweise zunehmend offenes Gehör bei Kaffeetrinker*innen und Kaffeeausschenkenden. Im Projekt "AUSgebechert", das in Ulm mit dem Preis "Projekt Nachhaltigkeit" des RNE ausgezeichnet wird, setzt sich die Hochschule Aalen in Kooperation mit dem BUND für den Einsatz von Mehrweg-Bechern ein. Bisher konnten 23 Verkaufspunkte (Bäckereien, Stehcafes, Tankstellen) dafür gewonnen werden, mitgebrachte Mehrwegbecher zu befüllen. Weiteres Ziel ist es, Firmen, Bildungseinrichtungen und Verwaltungen, die bisher Einwegbecher einsetzen, dafür zu gewinnen, Mehrweg-Thermobecher unter ihren Beschäftigten, Schülern und Studenten zu vertreiben und eine Nachfüllung an Automaten, Mensen / Kantinen zu ermöglichen.

Wie lassen sich Leute für die Idee mobilisieren? Welche Wege der Ansprache sind erfolgreich bei der Bewusstseinsschärfung? Welche Partner gilt es zu gewinnen? Diese und weitere Fragen diskutieren wir an diesem Thementisch.

Mit: Daniela Dorrer, Hochschule Aalen

Fair reisen und lokal Verantwortung übernehmen

Verantwortlich reisen bedeutet, von Anfang an die Verkehrsmittel mit den geringsten schädliche Auswirkungen für Umwelt, Klima und Mensch bei einer Reise zu wählen und die externen Kosten der reisebedingten Klima- und Umweltschäden zu berechnen und diese, entsprechend der eigenen Möglichkeiten, zu übernehmen.

„Climate fair travel“ bietet die Möglichkeit mobilitätsbedingte Folgekosten zu berechnen und diese, mittels Teilhabe an einem lokalen Bürgerfonds für Klimaschutz und Nachhaltige Entwicklung, zu internalisieren.

Wie kann dieses Werkzeug für den Aufbau eines eigenen lokalen Bürgerfonds verwendet werden?

Welche weiteren nachhaltigen Initiativen und Aktivitäten gibt es in Verbindung mit der Initiierung lokaler Bürgerfonds für Klimaschutz und Nachhaltige Entwicklung?

Mit: Peter Kolbe, Klimaschutz+ Stiftung Heidelberg

Nachhaltige Initiativen unter einem Dach

Unterschiedliche Initiativen engagieren sich in Städten und Gemeinden für eine nachhaltige und solidarische Zukunft, für einen sozialen, ökonomischen und ökologischen Wandel.

Das TransitionHaus Bayreuth bietet ein Dach für verschiedene Wandel-Initiativen: Einerseits geht es darum, die Vernetzung bestehender und entstehender Initiativen als “Dachorganisation” voranzutreiben und andererseits auch darum, ein physisches, reales Haus zu bieten, das Arbeit, Zusammenkunft, ehrenamtliches Engagement, Bildung (für nachhaltige Entwicklung), Kulturveranstaltungen und nachhaltigen Konsum ermöglicht und fördert.

An diesem Thementisch erwarten Sie ein Erfahrungsbericht und die Diskussion rund um Gründung und Betrieb eines solchen Hauses.

Mit: Thomas Süß, TransitionHaus Bayreuth

Lokale Vernetzung für Nachhaltigkeit

Nachhaltige Entwicklung  global und lokal – Kooperation von Wandelinitiativen, Wirtschaft und Politik in Gemeinden und Städten

Zu den von der UN beschlossenen und am 1.1.2016 in Kraft getretenen verbindlichen Zielen nachhaltiger Entwicklung (Sustainable Development Goals)  hat sich auch die Bundesregierung bekannt und alle Bundesländer, Städte und Gemeinden zur Mitwirkung aufgefordert. In zahlreichen Initiativen, Projekten und Wirtschaftsunternehmen vor Ort hat sich aus der Kritik und Sorge über nicht nachhaltige Lebensstile konkretes Engagement für ein zukunftsorientiertes „gutes“ Leben und Arbeiten entwickelt. Der Thementisch widmet sich der Frage, wie Bündnisse für lokale Nachhaltigkeit in Gemeinden und Städte entstehen und verankert werden können.

Mit: Thomas Ködelpeter, Bündnis Nachhaltigkeit Bayern (BNB), München

Stadt und Land als Aktionsraum

Machen! Kleine und große Ideen zum regionalen Weltverändern:
Beratung, Ideenbörse und Erfahrungsaustausch zu Aktionen, Veranstaltungen und Themen, die ankommen. Ein Angebot, das gemeinsam wächst... Schoko-Flashmob als Aktion gegen Lebensmittelverschwendung, Filmabende im großen und kleinen Stil, Mitmachen beim jährlichen Parking Day, Aktionen mit bzw. für SchülerInnen, Upcycling- und Unverpackt-Workshops veranstalten...

Mit: Kerstin Seeger und Dana Hall, bluepingu, Nürnberg

Menschen gewinnen durch Öffentlichkeitsaktionen

Besonders durch die seit 10 Jahren landesweit stattfindenden Energiewende- und Nachhaltigkeitstage liegen aus Baden-Württemberg viele Erfahrungen und Beispiele örtlicher Öffentlichkeitsaktionen vor:

Nächte der Nachhaltigkeit, lebendige Bücher, Foren & Feste, Märkte & Messen, Info-Inseln & konsumkritische Stadtführungen, offene Türen & Wattwanderungen und vieles andere mehr.

Diese und andere Aktionen sollen vorgestellt, ausgetauscht und diskutiert werden.

Mit: Gerd Oelsner, Nachhaltigkeitsbüro, LUBW

Wegweiser für ein nachhaltiges Leben

Lifeguides, Fairtrade-Stadt-Führer, Klimasparbücher, Co2-Fußabdruck…

On- und offline gibt es inzwischen viele Publikationen, Plattformen und Portale auf örtlicher, regionaler oder bundesweiter Ebene, die Menschen praktische Hilfestellungen für einen nachhaltigen Konsum geben.

Welche Formen gibt es und wie haben sie sich in der Praxis bewährt? Wie können wir sie umsetzen? Welche Synergieeffekte sind möglich, um unnötigen Mehraufwand zu vermeiden?

Mit: Cynthia Matuszewski, Lifeguide Augsburg & Astrid Sebastian, Nachhaltigkeitsbüro, LUBW